Wissenswertes 04/2017

Aktives Management bedeutet, dass ein Investor eine Meinung zur künftigen Marktentwicklung hat und diese umsetzt, während passives Management bedeutet, dass ein Investor einen Markt in gegebener Form abbildet. Eine Marktmeinung kann prinzipiell ein spezielles Investment oder einen speziellen Investmentzeitpunkt beinhalten. Um die Marktsituation zu bestimmen und möglichst akkurat vom Eintreffen der eigenen Meinung zu profitieren, bedient sich der Investor verschiedener Analysemethoden.

Passives Management befasst sich mit dem möglichst korrekten Abbilden eines Marktes. Dies geschieht durch Nachbildung eines Index-Portfolios unter Berücksichtigung der Kosteneffizienz. Passives Management basiert auf Annahmen der Theorie der effizienten Märkte, wozu auch rationales Verhalten des einzelnen Anlegers zählt.

Bei der Diskussion betreffend aktivem oder passivem Management müssen auch andere Aspekte ins Treffen geführt werden.

Ohne aktive Investoren, genauer: ohne informierte Fundamentalanalysten, würden Informationen über Unternehmen und ihre Umwelt nicht mehr zu Marktpreisanpassungen führen. Das System von Angebot und Nachfrage funktioniert nicht, wenn jeder nur den Markt abbildet. Die einzigen Marktbewegungen wären dann Übernahmen zum Stimmrechtsgewinn oder das Verwerten von Stock Options oder ähnliche Transaktionen. Die Märkte würden ineffizient, weil Kurse auf Nachrichten nicht mehr reagierten. Aktive Manager könnten dann wieder Marktineffizienzen zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Letztlich führt jedoch das Tun der aktiven Manager wieder dazu, dass die Märkte effizient werden und tragen dadurch zur Verbesserung der passiven Investmentstrategie bei.

In jüngster Zeit wurde jedoch die Theorie des effizienten Marktes durch die Beschäftigung mit  Behavioral Finance auf den Kopf gestellt. Behavioral Finance befasst sich mit dem tatsächlichen Verhalten von Anlegern, welches immer mehr die Entwicklung der Märkte beeinflusst. Die Analyse des Konsumentenverhaltens und der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit liefert interessante und großteils fundierte Ergebnisse, dass das menschliches Verhalten teilweise anderen Gesetzmäßigkeiten folgt, als von ökonomischen Theorien bisher angenommen.

Die wahrscheinlich populärste Auswirkung von Behavioral Finance in Zusammenhang mit Portfoliomanagement ist die der „Overreaction / Underreaction“ – Hypothese. Die Wissenschaftler De Bondt und Thaler (1985) bewiesen, dass Anleger unerwartete und dramatische Neuigkeiten zu stark und langfristige Werte zu schwach bewerten.

Eine Folge dessen ist etwa der „Januar-Effekt“ oder „turn-of-the-year-effect“. Es zeigte sich, dass es saisonale Bewegungen, vor allem im Jänner, in Aktienkursen gibt, die nicht erklärbar sind. Dies kommt daher, dass Unternehmen gegen Jahresende ihre Bilanzen offen legen und Fondsgesellschaften aus dem Vorjahr „Bilanz“ ziehen. Nach dem Prinzip, dass kurzfristige Nachrichten überbewertet werden, partizipieren die Vorjahresgewinner von ihrem Image. Menschen, die ökonomische Entscheidungen treffen müssen, lassen sich von vorangegangenen kurzfristigen Erfolgen oder Misserfolgen sehr stark beeinflussen.

Die Diskussion über aktive oder passive Anlagestrategien sowie über wesentliche Einflussfaktoren im Investment ist und bleibt spannend.

Die fair -finance Vorsorgekasse beschäftigt sich laufend und ausführlich mit ihrer Anlagestrategie und sieht sich als erfolgreichen aktiven Manager, welcher unter Berücksichtigung strenger Nachhaltigkeitskriterien in den letzten Jahren eine überdurchschnittliche Performance erzielen konnte. Asset Allokation, Manager und Produktauswahl sowie ein striktes Risikomanagement sind dabei die Schlüssel zum Erfolg.

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