VERANLAGUNGSSTRATEGIE

fair-finance hat den üblichen und gesetzlich vorgegebenen Kanon der Anlagekriterien von Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit (Liquidität) um eine vierte Dimension erweitert. Der Nachhaltigkeit des Anlageobjektes oder allgemeiner der ökologischen und sozialen Wirkung der Mittelverwendung kommt zentrale Bedeutung zu. Ziel der Vermögensveranlagung ist die Erzielung eines maximalen Ertrags und die Einhaltung einer Ertragsuntergrenze durch die kombinierte Anlage in verschiedene Assetklassen. Diese Zielsetzung wird durch die nachhaltige und risikogesteuerte Multi Asset Strategie von fair-finance erfüllt.

 

Im Veranlagungsportfolio von fair-finance stellen die fremdgemanagten fair-finance fonds Core-Investments in den wesentlichen Assetklassen Anleihen, Aktien und Immobilien dar. Grundsätzlich dominiert ein aktiver Managementstil, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die vom Kundenbeirat in Form der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie vorgegebenen Selektionskriterien abgebildet werden müssen. Neben diesen Core-Investments wird auf Fremdfonds/Produkte als Satelliten zurückgegriffen.

 

Bei der Auswahl von Assetklassen, aber auch bei der Auswahl von Managern und Veranlagungsprodukten wird eine Diversifikationsstrategie zur Neutralisation von Portfoliorisiken angewendet. Basierend auf den vorgegebenen Bandbreiten der strategischen Asset Allokation wird danach getrachtet, Opportunitäten zu nutzen und eine Outperformance zu erzielen. Entscheidungen zur taktischen Allokation beruhen im Gegensatz zu anderen Konzepten nicht auf Konzern- oder Teameinschätzungen, sondern vor allem auf Konsensusdaten externer Dienstleister. Generell sind die Unabhängigkeit von fair-finance, die schlanken Strukturen, der vergleichsweise hohe Mittelzufluss, die selbstauferlegte Transparenz und Kontrolle sowie die privatwirtschaftliche Organisation als Vorteile gegenüber den Marktbegleitern zu sehen.

 

Zur Einhaltung der Risikobudgets für jede Assetklasse und für das Gesamtportfolio dient das von fair-finance entwickelte Ampelsystem, welches zur Ergreifung von definierten Maßnahmen bei Erreichen definierter Schwellwerte verpflichtet. In diesem Sinne verfolgt fair-finance einen „Absolut Return Ansatz“. Automatisierte Verfahren sind nicht vorgesehen. Gemäß der Klasseneinteilung der ÖKB (Österreichische Kontrollbank) verfolgt fair-finance eine defensive (risikoarme) Veranlagungsstrategie.

 

Obwohl die erzielten Veranlagungserfolge und verschiedene Auszeichnungen den eingeschlagenen Weg bestätigen, wird konsequent an Verbesserungen gearbeitet. Mit Anfang 2018 wurde die Depotbank der fair-finance Vorsorgekasse und die Kapitalanlagegesellschaft für alle fair-finance Wertpapierfonds gewechselt. Die Fonds selbst werden von Single-Manager-Spezialfonds auf Segmentefonds umgestellt, um mehr Diversifikation und mehr Effizienz zu erzielen. Mittels eines eigenen fair-finance opportunities fonds für Wandel-/Hybridanleihen und eines Mikrofinanzdachzertifikats wird weiter im Rahmen der nachhaltigen und risikosteuerten Multi Asset Strategie fokussiert.

GRUNDSATZ DER NACHHALTIGKEIT DER VERANLAGUNG

Der Grundsatz einer nachhaltigen Vermögensveranlagung ist bereits in der Satzung von fair-finance verankert: „Die Gesellschaft fühlt sich insbesondere einer menschen- und umweltfreundlichen Veranlagung des treuhändig überantworteten Kundenvermögens verpflichtet.“ Zur konkreten und anwendbaren Umsetzung dieses Grundsatzes wurde durch den Kundenbeirat von fair-finance die Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie beschlossen. Diese Richtlinie beinhaltet detaillierte Positiv- und Negativkriterien für Investitionsentscheidungen und regelt deren Anwendung für Direktinvestitionen, Mandatsvergaben (fair-finance Fonds) und für die Auswahl von Publikumsfonds (Fremdfonds), Einzeltitel, Immobilien  und Mikrofinanzinvestments.

Investmentprodukte wie Fonds oder Zertifikate müssen Mindestanforderungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel eine Zertifizierung nach dem Österreichischen Umweltzeichen erfüllen.

Die Ausschlusskriterien der Veranlagung  gem. der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie (siehe unter Download) von fair-finance, stellen als Selektionsfilter für das Investmentuniversum den 1. Schritt im Veranlagungsprozess dar. Das nachhaltige Anlageuniversum besteht derzeit aus etwa 1.200 Titel im Anleihen- und etwas 4.200 Titel im Aktienbereich.

Im 4. Schritt des Veranlagungsprozesses fließen die Positivkriterien gem. der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie in den Auswahlprozess ein. Dieser sogenannte „Best-In-Class“ Ansatz führt zu einer Optimierung des Portfolios aus Sicht der Nachhaltigkeit.

Der Unterschied zu anderen Anbietern hinsichtlich „nachhaltiger“ Vermögensveranlagung liegt einerseits in dem hohen Detailierungsgrad und andererseits in der Tatsache, dass die detailliert festgelegten Kriterien auf das gesamte Portfolio angewendet werden, welches somit hinsichtlich Nachhaltigkeit einzigartig und vorbildlich in der Branche ist.

GRUNDSATZ DER DIVERSIFIKATION

Die Bestimmungsfaktoren eines strategischen Veranlagungskonzeptes umfassen die Ertragserwartungen und die Risiken der Kapitalmärkte, die Risikofähigkeit des Bestandes, den Anlagehorizont, das Asset-Liability-Profil (ökonomische Eigenschaften und die zeitliche Struktur der geplanten Auszahlungen) sowie ökonomische und rechtliche Restriktionen. Die schwierigste und zugleich wichtigste Frage im Zusammenhang mit Vermögensveranlagung ist die Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen Asset Klassen (Asset Allokation).

Vor allem bei der Auswahl von Asset Klassen, aber auch bei der Auswahl von Managern und Veranlagungsprodukten wird eine Diversifikationsstrategie zur Neutralisation von Portfoliorisiken angewendet. Bei den Asset Klassen wird dabei auf die Korrelation und bei Managern insbesondere auf die Unterschiedlichkeit der Managementstile geachtete.

Demzufolge ist  die Bestimmung der strategischen Asset Allokation der 2. Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance. Die Herleitung, Festlegung und Verprobung mittels Stresstests der strategischen Asset Allokation wird in der Veranlagungs-/Risikostrategie festgelegt und dokumentiert. Zahlreiche Publikationen und Fondsmanageranalysen beweisen, dass der Werttreiber der Performance nicht das Management der einzelnen Asset Klassen, sondern die aktive Steuerung der Asset Allokation ist.

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften und den Spezifikationen des Modells Abfertigung Neu sind die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, so dass alle Vorsorgekassen aufgrund identer Bestimmungsfaktoren eine ähnliche Asset Allokation aufweisen. Diesem Umstand zufolge unterscheidet sich die strategische Allokation von fair-finance im Regelfall nicht wesentlich von der Asset Allokation  der Branche.  Die Asset Allokation des Gesamtmarktes der Vorsorgekassen wird von der ÖKB quartalsweise ermittelt und allen Kassen zur Verfügung gestellt. Diese durch die ÖKB ermittelte durchschnittliche Asset Allokation dient als Benchmark für die Veranlagung. Gravierende und vor allem negative Abweichungen gegenüber der Marktperformance aufgrund der Asset Allokation sind somit nicht zu erwarten. Basierend auf den vorgegebenen Bandbreiten der Asset Allokation besteht jedoch die Möglichkeit, Opportunitäten zu nutzen und eine Outperformance zu erzielen. Die Bandbreiten sind in der Veranlagungs-/Risikostrategie geregelt und ermöglichen eine Anpassung der strategischen Asset Allokation mit dem Ziel, einen Zusatzertrag zu erzielen. Diese taktische Asset Allokation berücksichtigt kurz- und mittelfristige Bewertungen und Trends und ist die Folge einer kontinuierlichen und pro-aktiven Beurteilung der Asset Klassen. Die Asset Klassen werden im Vergleich zur strategischen Asset Allokation über- und untergewichtet, wobei die in der Veranlagungs-/Risikostrategie vorgegebenen Bandbreiten keinesfalls über- oder unterschritten werden. Die Maßnahmen der taktischen Asset Allokation stellen den 3. Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance dar.

Um eine Steuerung der Asset Allokation zu gewährleisten erfolgt die Auswahl der Investments daher möglichst sortenrein je Asset Klasse. Die risiko-/ertragsoptimale Ausgestaltung der taktischen Asset Allokation ist eine Kernkompetenz von fair-finance. Entscheidungen zur taktischen Allokation beruhen im Gegensatz zu anderen Konzepten nicht auf Konzern- oder Teameinschätzungen, sondern vor allem auf Konsensusdaten und Korrelationsentwicklungen, welche von einem externen Dienstleister (ECR-Research) zur Verfügung gestellt werden.

Die Titelselektion erfolgt hingegen durch auf die jeweilige Asset Klasse spezialisierte Fondsmanager, in der Regel in Form von Investmentfonds oder Mandaten. Eine weitere Kernkompetenz von fair-finance ist die Auswahl und Kontrolle der Manager und der Veranlagungsprodukte. Investitionsentscheidungen bei HtM-Anleihen, Darlehen und in besonderen Fällen auch Anleihen oder Aktien werden im Rahmen der Vorgaben getroffen.

GRUNDSATZ DER RISIKOTRAGUNG UND WERTSICHERUNG 

Um das Risiko einer möglichen Negativ- oder Minderperformance für den Anspruchsberechtigten durch Kapitalmarktschwankungen und auch durch Managemententscheidungen zu reduzieren, hat der Gesetzgeber eine Kapitalgarantie vorgesehen. Darüber hinaus gewährt fair-finance zusätzlich eine Mindestzinsgarantie. Mögliche Garantieleistungen an Anwartschaftsberechtigte (AWB) stellen eine Aufwandsposition neben Personal- und Sachkosten im Businessplan von fair-finance dar und finden somit in die Planrechnung und letztendlich in das Betriebsergebnis Eingang. Sind Garantieleistungen aufgrund einer bereits eingetretenen Minderperformance zu erwarten, wird eine entsprechende buchhalterische Rückstellung gebildet.

Unabhängig von konkreten oder budgetierten Garantieleistungen an AWB werden die im BMSVG § 20 Abs. 1 bis 3 vorgesehenen Rücklagen aus Eigenkapital gebildet.

Diese Form der erhöhten Risikotragung ist einzigartig in der Branche und steht im Widerspruch zu den Intentionen der Finanzbrache, jegliche Risiken an die Kunden zu überwälzen.

Ziel der Vermögensveranlagung ist es, dass die budgetierten Rückstellungen für Garantieleistungen nicht überschritten und die gebildeten Rücklagen nicht benötigt werden. Sofern die in der Veranlagungs-/Risikostrategie jährlich festgelegte Ertragsuntergrenze nicht unterschritten wird, ist die Zielsetzung erfüllt. Eine Ertragsuntergrenze von -2 % bedeutet eine Wertsicherung von 98 % des Vermögens. Betrachtungszeitraum ist immer das Kalenderjahr.

Die Maßnahmen zur Wertsicherung oder Risikosteuerung erfolgen über eine dynamische Veränderung der Portfoliopositionen und über Sicherungsmaßnahmen innerhalb der Mandate. Investitionsgrad und Risikobudgets je Asset Klasse und für das Gesamtvermögen werden grundsätzlich täglich überwacht. Die Wertsicherung durch Risikosteuerung bildet den letzten Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance.

 

GRUNDSATZ DER TRANSPARENZ UND MITGESTALTUNG

Das stakeholderorientierte Geschäftsmodell von fair-finance bindet die Kunden auch in die Vermögensveranlagung mit ein. Der Kundenbeirat beschließt nicht nur die Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie (siehe Download), sondern kontrolliert auch deren Einhaltung. Kontrolle im Zusammenhang mit Vermögensveranlagung bedeutet nicht Misstrauen, sondern Sicherheit. Zu diesem Zweck wird jährlich eine komplette Analyse des gesamten Portfolios hinsichtlich der Einhaltung der Richtlinie in Auftrag gegeben. Im Rahmen der Engagement-Policy, welche Bestandteil der Richtlinie ist, werden eventuelle Verstöße analysiert und bereinigt.

Die Teilnahme an den Sitzungen des Kundenbeirates ist grundsätzlich allen KundInnen möglich. Der Kundenbeirat ist gemäß Geschäftsordnung des Kundenbeirats  mit unüblichen und weitreichenden Rechten ausgestattet:

  • Einbringung von Tagesordnungspunkten zur Behandlung im Aufsichtsrat
  • Gastrecht des Vorsitzenden des Kundenbeirates im Aufsichtsrat
  • Nominierungsrecht eines Kundenvertreters für die Wahl zum Aufsichtsrat

Das investierte Portfolio der fair-finance wird monatlich aktuell unter Download veröffentlicht.

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INVESTMENTPROZESS

1.Schritt: Nachhaltigkeit

fair-finance kombiniert die unter ethischen Investoren beliebte Methode der „Ausschlüsse“ mit dem „Best-In-Class-Ansatz“ anhand von ESG-Kriterien, wie er von konventionellen Investoren zur Portfoliooptimierung gerne eingesetzt wird. Die vom fair-finance Kundenbeirat beschlossene Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie (Anlage 4) dient als Selektionsfilter für das Investmentuniversum. Investmentfonds müssen zusätzlich die Anforderungen des Österreichischen Umweltzeichens erfüllen.

Die effektive Nachhaltigkeit des Portfolios und der einzelnen Investments wird quartalsweise durch eine externe Ratingagentur geprüft. Das Ergebnis dieser Überprüfung wird mit einem Verbesserungsauftrag an die jeweiligen Fondsmanager weitergeben. In Einzelfällen erfolgt ein Verkauf der Wertpapiere oder Fremdfonds/Produkten. Engagementmaßnahmen erhöhen den Impact. In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, dass fair-finance Mitgründer des Netzwerks SfC Sharholders for Change ist. Dieses europäische Netzwerk von verantwortungsvollen Investoren repräsentiert EUR 22 Mrd., die in abgestimmten Engagement-Aktivitäten als Treiber für eine nachhaltige Entwicklung eingebracht werden sollen.

fair-finance hat für 2017 das 7. Jahr in Folge das ÖGUT-Nachhaltigkeitszertifikat in Gold mit Bestnote A+ für das Portfolio erhalten. 2018 wurde fair-finance bereits zum vierten Mal mit dem internationalen Award „Most Socially Responsible Pension Fund Winner Central Europe“ ausgezeichnet. Zudem sind der fair-finance bond, der fair-finance equity global und der fair-finance real estate sustainable fund anhand der strengen Auflagen des Österreichischen Umweltzeichens zertifiziert.

 

2.Schritt: Strategische Asset Allokation

Die Bestimmungsfaktoren eines strategischen Veranlagungskonzeptes umfassen die Ertragserwartungen und die Risiken der Kapitalmärkte, die Risikofähigkeit des Bestandes, den Anlagehorizont, das Asset-Liability-Profil (ökonomische Eigenschaften und die zeitliche Struktur der geplanten Auszahlungen) sowie ökonomische und rechtliche Restriktionen. Die Herleitung, Festlegung und Verprobung der strategischen Asset Allokation mittels Stresstest wird in der Veranlagungs-/Risikostrategie je Geschäftsjahr festgelegt. Vor allem bei der Auswahl von Assetklassen, aber auch bei der Auswahl von Managern und Veranlagungsprodukten wird eine Diversifikationsstrategie zur Neutralisation von Portfoliorisiken angewendet.

 

3.Schritt: Taktische Asset Allokation

Basierend auf den vorgegebenen Bandbreiten der strategischen Asset Allokation besteht die Möglichkeit und der Auftrag an die Verantwortlichen, Opportunitäten zu nutzen und eine Outperformance zu erzielen. Diese taktische Asset Allokation berücksichtigt kurz- und mittelfristige Bewertungen und Trends und ist die Folge einer kontinuierlichen und proaktiven Beurteilung der Assetklassen. Entscheidungen zur taktischen Allokation beruhen im Gegensatz zu anderen Konzepten nicht auf Konzern- oder Teameinschätzungen, sondern vor allem auf Konsensusdaten und Korrelationsentwicklungen, welche von externen Dienstleistern zur Verfügung gestellt werden.

 

4.Schritt: Investitionsentscheidungen

fair-finance legt Wert auf Unabhängigkeit und Transparenz in der Auswahl und Analyse. Investmentfonds müssen innerhalb ihrer Peergroup im oberen Drittel hinsichtlich der Relation Ertrag/Risiko liegen. Veranlagungsprodukte werden einer Fundamentalanalyse und gegebenenfalls einem Stresstest unterzogen. Fondsmanager müssen über einen Track-Record und ein Mindestvolumen von Assets under Management verfügen. Dies und die Erfüllung weiterer Mindestanforderungen werden in einer strukturierten Due-Diligence Prüfung abgefragt und dokumentiert. Investitionsentscheidungen können durch Mittelzuflüsse, erwartete oder eingetretene Kapitalmarktveränderungen, Änderungen in der Bewertung bestehender Investments, interessante Angebote seitens des Marktes oder durch das Erreichen von Schwellwerten im Bereich des Risikomanagements angestoßen werden. Der Investitionsprozess erfolgt streng regelbasiert.

 

5.Schritt: Wertsicherung durch Risikosteuerung

Dem Risikomanagement kommt in der Veranlagungsstrategie von fair-finance hohe Bedeutung zu. Das Veranlagungsergebnis eines Kalenderjahres darf einen aus dem Businessplan abgeleiteten Mindestertrag nicht unterschreiten. In diesem Sinne verfolgt fair-finance einen „Absolut Return Ansatz“. Dies gilt es mittels Veränderung der Asset Allokation oder auch durch den Einsatz von Derivativen sicherzustellen. Die Steuerung mittels Risikobudgets je Assetklasse und für das Gesamtportfolio erfolgt mittels Signalen, die bei Erreichen von Schwellwerten (gelbe Ampel) bzw. bei Erreichen des Risikobudgets (rote Ampel) erfolgen und regelbasierte Prozesse auslösen. Im Asset- und im Risikomanagement wird nunmehr auf das vermutlich modernste und leistungsfähigste System zurückgegriffen, welches derzeit in Österreich verfügbar ist. Mit 01.01.2018 hat die Masterinvest ein Tochterunternehmen von Universal Investment und der Hypo Bank Vorarlberg die Verwaltung des fair-finance Masterfonds übernommen und bezieht auch sämtliche Positionen, die nicht Teil des Masterfonds sind, in das Reporting ein.

STRATEGISCH UND TAKTISCH

Die strategische Asset Allokation wird jährlich für das folgende Kalenderjahr im Zuge des Planungsprozesses abgestimmt mit dem Businessplan, gemeinsam mit der Höhe der Mindestzinsgarantie im Rahmen der Veranlagungs- und Risikostrategie festgelegt. Neben der strategischen Asset Allokation definiert die Veranlagungs- und Risikostrategie auch die Ertragsuntergrenze, den „sicheren“ Zinssatz, das Risikobudget sowie Bandbreiten und Benchmarks für die jeweiligen Assetklassen und das Gesamtvermögen.

 

Die zukünftige strategische Asset Allokation basiert auf der aktuellen strategischen und taktischen Asset Allokation zum Planungszeitpunkt, wobei erwartete Änderungen der Rahmenbedingungen, wie aktuell ein Ansteigen der Zinsen, berücksichtigt werden. Die strategische Asset Allokation wird vom verantwortlichen Vorstand in Rücksprache mit dem Veranlagungsteam erarbeitet und vom Gesamtvorstand dem Aufsichtsrat als Teil der Veranlagungs-und Risikostrategie für das jeweilige Kalenderjahr zur Kenntnisnahme vorgelegt. Eine unterjährige Änderung der strategischen Asset Allokation erfolgt ebenso durch den Vorstand nach Kenntnisnahme durch den Aufsichtsrat.

 

Taktische Veranlagungsentscheidungen werden vom verantwortlichen Asset Manager bzw. dem Stellvertreter getroffen und müssen den vorgegebenen Rahmenbedingungen und Grenzen entsprechen. Konkrete Order müssen dem 4-Augenprinzip entsprechend vom Risikomanager frei gegeben werden. Dabei wird auch die Begründung der Entscheidung dahingehend überprüft, ob die Entscheidung der zuletzt dokumentierten Meinung des Veranlagungsteams entspricht. Abweichende Entscheidungen müssen plausibel begründet und dokumentiert werden.

 

Bereits vor einigen Jahren wurden der Prozess dahingehend geändert, dass nicht mehr die Meinungen und Empfehlungen eines Asset Allokation Committees maßgeblich für Entscheidungen sind. Seit einigen Jahre wird auf Konsensusdaten von ECR Research zurückgegriffen, die unter anderem die Geldströme der unterschiedlichen Asset Classen (money walks) und die Markterwartungen von über 40 internationalen Asset Managern (money talks) zu Empfehlungen aggregiert.

 

Auslöser für taktische Veränderungen können dabei nicht nur Änderungen der aggregierten Konsensusdaten sein. Vielmehr werden das Ertrags-Risiko-Verhältnis der einzelnen Assetklassen und die Korrelationen zueinander laufend beobachtet. Neben diesen sog. passiven Auslösern sind auch begründete Erwartungen hinsichtlich bevorstehenden Veränderungen der Rahmenbedingungen, wie z.B. erwartete Änderungen der Zinskurve, maßgeblich. Aktive Entscheidungen, die nicht auf ECR-Daten beruhen, müssen im Investment Committee abgestimmt sein.

INVESTITIONEN DER VERANLAGUNGSGEMEINSCHAFT

Alle Investitionen der treuhändig von fair-finance verwalteten Veranlagungsgemeinschaft (VG) in Aktien, Anleihen, Immobilien, Fonds, Darlehen, usw. stellen das Portfolio dar. Veränderungen im Portfolio ergeben sich aufgrund der Wertentwicklungen und aufgrund von Investitionsentscheidungen laufend. Eine Anpassung des Portfolios erfolgt aufgrund der Beitragszahlungen der Arbeitgeber und der Verfügungen durch Anwartschaftsberechtigte  in der Regel monatlich. Investitionsentscheidungen werden auf Basis der strategischen und der taktischen Asset Allokation unter Zugrundelegung der Positiv- und Negativkriterien für die Emittenten, Manager- und Fondsauswahl, welche in der Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie (siehe unter Download) definiert sind, getroffen. Im Sinne von Transparenz und Kontrolle wird das Portfolio von fair-finance monatlich aktuell unter Download veröffentlicht.

Wesentliche Charakteristika des Portfolios von fair-finance sind:

  • eine strategische Asset Allokation (Gewichtung der Asset Klassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien, usw.) mit taktischen Bandbreiten basierend auf historischen Ertrags- und Risikokennzahlen, welche eine Performance gewährleistet soll, die zumindest den Branchendurchschnitt nicht unterschreitet.
  • eine 100% nachhaltige Veranlagung, die ein wesentlicher Treiber für die ausgezeichnete Performance ist.
  • Die Auswahlentscheidung anhand der Nachhaltigkeitsgrundsätze führt zu einer intensiven Analyse der einzelnen Emittenten, Manager oder Fonds und somit zu einer qualitativen Verbesserung in Bezug auf das Risiko- und Ertragsprofil.
  • ein vergleichsweise hoher Anteil von nach dem Held to Maturity – Prinzip (HTM) bewerteter Anleihen. Diese gesetzlich vorgesehene Bewertungsmöglichkeit führt dazu, dass entsprechend gewidmete Wertpapiere keinen Kursschwankungen unterliegen. Wesentlich bei Auswahl der HTM-Papiere ist die Kombination aus einer attraktiven Rendite und der Restlaufzeit der Anleihe. Das starke Wachstum des Vermögens der vergleichsweise jungen fair-finance Vorsorgekasse stellt hier einen Vorteil dar.
  • die Unabhängigkeit von Vorgaben etwaiger Konzernmütter ermöglicht nicht nur ein rasches Agieren und Reagieren auf Marktentwicklungen, sondern fördert die Auswahl der jeweils besten Fondsmanager und Publikumsfonds. So erfolgreich manche Finanzkonzerne teilweise auch in Fragen der Vermögensveranlagung sein mögen, ist es niemandem möglich, immer richtige Prognosen abzugeben und in allen Asset Klassen dauerhaft Spitzenergebnis zu erwirtschaften. Diese Unabhängigkeit von fair-finance zahlt sich aus.

MIT SICHERHEIT GUTE RENDITEN

Der Performance von fair-finance liegt ein pragmatisches, kostengünstiges und vorteilhaftes Veranlagungskonzept zugrunde. Um das klare Ziel: „Mit Sicherheit gute Renditen! zu erreichen“ und um Kapitalmarktschwankungen zu vermeiden, gewährt fair-finance die einzigartige Mindestzinsgarantie. Eventuelle Garantieleistungen sind im Businessplan von fair-finance aufwandswirksam berücksichtigt und schmälern ausschließlich das Betriebsergebnis und nicht, wie oftmals fälschlich angenommen wird, die Performance. Die Aktionäre von fair-finance verzichten somit auf mögliche Gewinnanteile und bilden zusätzlich eine zweckgebundene Eigenkapitalrücklage zur Absicherung der einzigartigen fair-finance Mindestzinsgarantie.

Performance der fair-finance Vorsorgekasse im Vergleich zum Durchschnitt aller Betrieblichen Vorsorgekassen

Jahr    Marktmittelwerte   fair-finance
2010 2,93 % 4,74 % *)
2011 0,20 % 9,67 %
2012 4,27 % 6,23 %
2013 2,80 %  3,33 %
2014 3,98 % 5,59 %
2015 1,20 % 0,03 %
2016 2,25 % 2,39 %
2017 2,15 % 2,54 %

*) Beginn der Veranlagung im Juni 2010, daher für 2010 annualisierter Wert auf Basis 2,54 % im 2. Halbjahr

Die aktuelle Performance wird im quartalsweise erscheinenden Newsletter veröffentlicht.

RISIKOSTEUERUNG DER VERANLAGUNG

Die Veranlagungsstrategie von fair-finance kann als „Risikogesteuerte Multi Asset Strategie“ beschrieben werden. Ziel der Strategie ist es, einen maximalen Ertrag zu erzielen, ohne einen jährlich festgelegten Mindestertrag zu unterschreiten. Dieses Ziel wird primär über die Steuerung der Asset Allokation verfolgt und über ein dynamisches Wertsicherungskonzept, welches auch den Einsatz von Overlays mittels Derivativen vorsieht, abgesichert.

 

Neben der Möglichkeit der Währungsabsicherung kommen Derivative zur Absicherung von Marktrisiken dann zum Einsatz, wenn das Risikobudget noch nicht verbraucht ist oder knapp vor Jahresende eine Erneuerung des Risikobudgets ab 01.01. bevorsteht. Jedenfalls muss für den Einsatz von Derivaten eine zeitnahe Erhöhung des Investitionsgrades erwartet werden. Anderenfalls erfolgt die Sicherung durch Verkauf von Wertpapieren bzw. Anteilsscheinen über die Kasse. Erwähnt werden muss, dass Betriebliche Vorsorgekassen entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen Derivative ausschließlich zu Sicherungszwecken einsetzen dürfen.

 

Da eine perfekte Absicherung nicht möglich ist, stehen optimierte Absicherungsmaßnahmen für Aktien und zur Steuerung der Zinskurve auf Basis des tagesaktuellen Portfolios zur Ausführung bereit. Neben den eindeutig zuordenbaren Assetklassen Aktien und Anleihen zum Tageswert wird die Assetklasse Wandel-/Hybridanleihen in eine Aktien- und eine Anleihekomponente zerlegt. Mikrofinanz wird grundsätzlich wie kurzlaufende Anleihen gesehen. Immobilien, Alternative, HtM-Anleihen, Festgeld sind als sogenannte nicht-disponible oder nicht liquide Assets nicht vom Wertsicherungskonzept umfasst.

 

Der angestrebte Maximalverlust bzw. die sog. Ertragsuntergrenze werden jährlich auf Basis der historischen Erträge und den im Rahmen des Businessplans vom Aufsichtsrat bewilligten Garantieleistungen an Anspruchsberechtigte im auf das Planungsjahr folgenden Kalenderjahr festgelegt. Die Ertragsuntergrenze ist im Regelfall geringer als der Mindestgarantiezinssatz und beträgt für das Kalenderjahr 2018 -0,5 %.

 

Auf Basis der Ertragsuntergrenze, der strategischen Gewichtungen, des erwarteten Ertrags der nicht-disponible Assets und eines realistischen „sicheren Zinssatzes“, welcher bei Tausch der disponiblen Assets in z.B. Festgeld oder HtM-Papiere mit Laufzeit max. 3 Jahre erzielt werden kann, ergibt sich das Risikobudget für das Gesamtportfolio der Veranlagungsgemeinschaft (VG).

Neben dem Risikobudget der VG werden Risikobudgets für jede Assetklasse festgelegt. Die Risikobudgets je Assetklasse werden von der historischen Volatilität der Assetklasse abgeleitet. Wesentlich erscheint, dass sich das Risikobudget der meisten Assetklassen und für das Gesamtportfolio im Laufe eines Kalenderjahres ändert und somit als dynamisches Risikobudget bezeichnet wird.

 

Das Risikobudget je Assetklasse und für das Gesamtvermögen wird täglich überwacht und der Investitionsgrad, sofern notwendig, reduziert. Der Risikomanagementprozess sieht entsprechend einem Ampelsystem gelbe und rote Signale vor. Gelbe Signale treten auf, wenn das Risikobudget entweder zu 75 % verbraucht oder in 1 Prozentpunkt erreicht ist. Gelbe Signale verlangen keine Maßnahmen und dienen der Warnung. Ein rotes Signal zeigt das Erreichen des Risikobudgets an und leitet einen verpflichtenden Prozess ein, wobei ein rotes Signal in einer Assetklasse durch entsprechende Puffer in anderen Assetklassen kompensiert werden kann. Zeigt das Gesamtportfolio ein rotes Signal, so müssen Maßnahmen ergriffen werden. Ein automatisierter Prozess zur Absicherung wird jedoch niemals ausgelöst.

 

 ALLGEMEINE INFORMATIONEN