faire Veranlagung 02/2018

Höhere Volatilität, ein zunehmend für Investoren kritisches Zinsumfeld und das mögliche Ende der Zunahme des globalen Wirtschaftswachstums, sind Auslöser für den Klimawandel an den Finanzmärkten. Trotz vieler Spannungen in den Handelsbeziehungen mit den USA besteht die Hoffnung, dass ein Handelskrieg abgewendet werden kann. Geopolitisch stehen wieder einmal die Spannungen im Nahen Osten im Mittelpunkt.

Trotz der aktuellen „Schlechtwetterlage“ an den Finanzmärkten verweisen nach wie vor viele andere Faktoren auf ein recht günstiges Umfeld. Das Wirtschaftswachstum ist nach wie vor intakt und die Geldpolitik in Europa und auch in Japan wird bis auf Weiteres sehr großzügig bleiben. Aufgrund der Korrektur Anfang Februar – verbunden mit den steigenden Gewinnen der Unternehmen – sind auch die Bewertungen wieder attraktiver geworden.

Die Korrektur am Aktienmarkt von Anfang Februar bewerten viele Analysten nur als scharfe Korrektur in einem anhaltenden Bullenmarkt. Ihre Auffassung basiert auf den weltweit nach wie vor sehr expansiven monetären Bedingungen, den vermehrten fiskalischen Impulsen, der fortgesetzten Jagd nach Renditen und nicht zuletzt den Gewinnzuwächsen. Dieser Hintergrund erlaubt es Aktienanlegern, einen geringen Zinsanstieg zu „ignorieren“, trotz höherer Zinsen als negative Folgen für die Aktienkurse. In der Tat verursacht ein positiver Wachstumsausblick sowohl höhere Zinsen als auch Aufwärtsdruck auf die Gewinne. Solange sich der Anstieg der langfristigen Zinsen aber in Grenzen hält (aufgrund disinflationärer Kräfte oder einer expansiven Geldpolitik), wird der Schub aus den höheren Gewinnen wahrscheinlich die negativen Einflüsse höherer Zinsen übertrumpfen.

In Europa erinnert EZB-Chef Mario Draghi stetig daran, dass die Teuerung in der Eurozone im Gegensatz zu den USA noch immer minimal sei und die EZB ihre ausgesprochen lockere Geldpolitik fortsetzen. Das heißt aber nicht, dass die EZB untätig bleiben muss. Da das europäische Wirtschaftswachstum deutlich über dem Potenzialwachstum steht, könnte in nicht allzu langer Zeit mit Aufwärtsdruck auf Löhne und Inflation gerechnet werden.

Unterm Strich dürfte die Euro-Zentralbank ihre quantitative Lockerung erst Ende dieses Jahres beenden und ihre erste Leitzinserhöhung wie geplant 2019 durchführen. Für die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wird ein Anstieg auf 1 Prozent bis zum Jahresende erwartet.

Die Performance unserer Veranlagungsgemeinschaft mit einem Gesamtvermögen von EUR 401 Mio. beträgt per 30.04.2018 ytd -0,30 %.  Mit Ende des 1. Quartals betrug die ytd-Performance -0,49 % und lag gegenüber dem Branchenschnitt von -1,01 % deutlich voran.

Zum Stichtag 30.04. beträgt die effektive Aktienquote 6,6 %. Wir waren somit untergewichtet gegenüber der strategischen Asset Allokation positioniert. Die Aktienquote wurde jedoch mit Anfang Mai wieder auf Neutral gestellt. Die Aktienperformance hat mit aktuell -0,3 % gegenüber dem Jahrestiefststand Anfang Februar wieder einen positiven Trend aufgenommen.

 

 

Asset Allokation 30.04.2018                                                 Strategische Asset Allokation

 

HtM-Anleihen (Held to Maturity) inkl. Schuldscheindarlehen liegen gemeinsam mit 23,2 % über der Zielgewichtung von 20 %. Die Quote wird sich jedoch sehr rasch, aufgrund der Mittelzuflüsse und des Mangels an geeigneten Anleihen, an die Zielgewichtung anpassen. Die HtM-Rendite entspricht weiterhin der Erwartung und liegt planmäßig knapp über 3 % p.a.

Größte Aufmerksamkeit verlangen weiterhin MtM-Anleihen (Market to Market oder zum Tageswert), welche die größte Asset Klasse darstellen. Wie bereits ausgeführt, blieben Zinsanhebungen im Euroraum bislang aus und auch das Ankaufprogramm der EZB läuft vorerst weiter. Trotz diese Umfelds kam es zu einigen Korrekturen, sodass diese Asset Klasse in den ersten vier Monaten einen negativen Perfomancebeitrag erwirtschaftete.

Die Asset Klasse Microfinance entwickelt sich in Anbetracht des niedrigen Zinsniveaus moderat. Auf Jahressicht müssen wir wohl mit 1,2-1,3 % p.a. in dieser außerordentlich nachhaltigen Asset Klasse zufrieden sein. Mit einer leicht negativen Performance ytd entwickelt sich auch die Asset Klasse Wandel- und Hybridanleihen nicht allzu erfreulich.

Sehr erfreulich verläuft hingegen das fair-finance Immobilien Portfolio, welches, wie schon berichtet, aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Form von Immobilienfondsanteilen in zwei Immobilieninvestmentfonds gehalten wird. Ankauf und Sanierung der einzelnen Objekte erfolgen nach den Nachhaltigkeitskriterien für Immobilien, welche von fair-finance entwickelt wurden. Nach der Zertifizierung des ersten Immobilienfonds mit dem Österreichischen Umweltzeichen erfolgte nun auch die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens für den zweiten Investmentfonds. Die Performance in der Asset Klasse Immobilien beträgt rd. 2% ytd. Der Bereich Alternative Investments mit dem aktuellen Investment AviaRent Carevision III Fonds für Pflegeimmobilien ist ein wertvoller Bestandteil der Asset Allokation und hilft uns als „nicht marktabhängiges Investment“ das Risiko aus dem Portfolio zu nehmen und auch in schwierigen Zeiten eine gute Gesamtperformance darzustellen. Dieser Bereich wird in den nächsten Wochen um Investments in Alternative Energie und alternative Land und Forstwirtschaft erweitert werden.

 

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